7. Dezember


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"Frohe Weihnachten" weltweit

Das Weihnachtsfest wird inzwischen nahezu auf der ganzen Welt gefeiert. Doch nicht überall begehen die Menschen das Christenfest auf die gleiche Weise. Aus der Vielzahl der verschiedenen Weihnachtsbräuche stellen wir Ihnen einige vor. Für die adventliche Stimmung beim lesen sorgen Die Prinzen mit „Adeste Fidelis“ – einfach unten die Musik starten!

Niederlande: Prettige Kerstdagen, Zalig kerstmis, Gelukkig keerstfeest
Am Sinterklaasabend, dem Abend des 5. Dezembers, feiern die Niederländer das Sankt Nikolausfest und überreichen traditionell die Geschenke. Das entspricht in etwa dem deutschen Heiligabend-Brauchtum. Die Kinder schreiben eine Wunschliste (een verlanglijstje). Traditionell werden die phantasievoll verpackten Geschenke mit einem neckischen oder scherzhaften Reim überreicht.
Trotz der wichtigeren Bedeutung von Sinterklaas fallen Weihnachten und Heiligabend bei den Niederländern und Flamen nicht unter den Tisch. Dieser Abend wird besinnlich im Kreis der Familie gefeiert, beispielsweise mit einem Kirchgang in die Nachtmesse.

Frankreich: Joyeux Noël
Der Höhepunkt der Weihnachtsfesttage in Frankreich ist Le Reveillon, der traditionelle Weihnachtsschmaus mit Familie und Freunden. Er wird nicht selten im Restaurant gefeiert und die Foie Gras (Gänsestopfleber) ist ein Muss dabei.
Eine weitere Spezialität ist die "Bûche de Noël". Traditionell war dies ein Holzklotz, der in der Weihnachtsnacht verbrannt wurde. Die Asche hat man auf die Felder gestreut und gehofft, dass die Ernten nun besonders gut ausfallen würden. Heute ist dieser Weihnachtsklotz eine Art mit Buttercreme gefüllter Baumkuchen oder eine Schokoladen-Biskuitrolle.

Spanien: Feliz Navidad
Die Adventszeit in Spanien ist sehr besinnlich und ruhig. Erst in der Zeit vom 24. Dezember bis 6. Januar wird ordentlich gefeiert. Im Mittelpunkt des familiären Weihnachtsfests steht die Krippe (el belén). Die Familie versammelt sich darum und man singt traditionelle spanische Weihnachtslieder. Heute erhalten die Kinder ihre Geschenke am Weihnachtsabend. Dies war bis Ende des 19. Jahrhunderts noch anders. Damals wurden die Gaben von den Reyes Magos, den Heiligen Drei Königen, in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar gebracht.

Großbritannien: Happy Christmas, Nadolig Llawen (Wales)
Weihnachten kündigt sich dadurch an, dass erst einmal gründlich Hausputz gemacht wird und über den Eingangstüren Mistelzweige aufgehängt werden. Seit alters her werden der Mistel magische Kräfte nachgesagt. Die Zweige mit den weißen Beerenfrüchten, die um die Weihnachtszeit reifen, sollen böse Geister fern halten und Glück bringen. Außerdem dürfen am Christmas Day (24. Dezember) alle Frauen und jungen Mädchen ungefragt geküsst werden, sobald sie unter dem mit Mistelzweigen geschmückten Türrahmen hindurchgehen.
Die Kinder hängen an Heiligabend Strümpfe am Kaminsims auf. Doch erst wenn alles schläft, steigt Santa Claus durch den Kamin ins Haus und füllt die Strümpfe mit Geschenken.
Eine Besonderheit des englischen Weihnachtsfestes ist der Boxing Day am 26. Dezember. Sein Name rührt daher, dass an diesem Tag nochmals Geschenke verteilt werden, die, wie früher das Weihnachtsgeld der Lehrlinge, in bunten Boxen verpackt sind.

Finnland: Hyvää Joulua
In Finnland kommt der Nikolaus nicht klammheimlich durch Schornsteine, sondern er besucht die Kinder persönlich. Der Nikolaus heißt in Finnland „Joulupukki“. Die Vorweihnachtszeit beginnt in Finnland bereits im Oktober. Es werden viele kleine Feste gefeiert, die man „Pikkujoulu“ nennt.
Ein besonderer Höhepunkt der Vorweihnachtszeit ist der „Lucientag“, der in ganz Skandinavien am 13. Dezember gefeiert wird.
Vor dem Weihnachtsessen am Heiligen Abend geht man gemeinsam mit der Familie oder Freunden in die Sauna. Am Abend des Julfestes wird „gebackener Schwede“ serviert, ein üppiges Mahl aus Schweinefleisch. Dazu gibt es Julbier und man isst Julbrot.

USA: Merry Christmas, Happy X-Mas
Ebenso geläufig wie der traditionelle Begriff "Christmas" ist den Amerikanern das lässige "X-Mas". Dabei ist das "X" kein modischer Schnickschnack, sondern steht für den ersten Buchstaben des griechischen Wortes für Christus.
Aufgrund der aus allen Teilen der Welt zusammengewürfelten Nationalitäten sind auch die Bräuche Amerikas nicht immer unter einen Hut zu bringen, sondern eher bunt gemischt. Was allerdings nirgendwo fehlen darf, sind gigantische Weihnachtsumzüge, die nicht minder imposante Beleuchtung in den Vorgärten und natürlich der Truthahn.
Eine Besonderheit im Süden der USA ist, dass man Weihnachten hier mit einem lauten Feuerwerk feiert. Dieser Brauch stammt noch aus der Zeit der ersten Siedler, die auf diese Weise den weit entfernten Nachbarn ihre Weihnachtsgrüße übermittelten. Gleichzeitig sollten durch den Lärm böse Geister vertrieben werden.

China: Sheng Dan Kuai Le
War Weihnachten noch bis vor 1980 als Christenfest in Peking verpönt, so ist es innerhalb einer Generation salonfähig geworden und in der Zwischenzeit in China sehr beliebt. Laut einer Umfrage verbindet jeder vierte Chinese mit dem Fest vor allem Romantik und praktisch jeder Befragte (99,9 Prozent) wusste sofort, was Weihnachten ist. Auf den Schaufenstern der Geschäfte prangen weiße Schriftzüge, die angelehnt an das Englische "Happey Christmos" wünschen. Die Kinder gehen mit Nikolausmützen in die Schule, unter dem Weihnachtsbaum gibt es Geschenke, Jingle Bells tönt überall aus den Lautsprechern und auch sonst weihnachtet es sehr.
Über den ursprünglichen (christlichen) Hintergrund des Festes weiß man im Reich der Mitte allerdings oft nur wenig. Dieser Unkenntnis soll mit Chinas erstem Handbuch für Weihnachten, welches in den staatlichen Xinhua-Buchläden erhältlich ist, Abhilfe geschaffen werden. Das Buch erklärt nicht nur die Christkindsymbolik und Weihnachtsbräuche aus aller Welt, sondern enthält auch Backrezepte, Anleitungen zum Baumschmuck und Liedtexte.

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Von Christine Ricken

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