10. Dezember

 

Das Lernradio Weihnachtsmenü an den Adventssonntagen

Heute: die Hauptspeise – Ein wunderbar
duftig-deftiger Fleischtopf

Bei manchen Weihnachtsmenues wird man das Gefühl nicht los, dass man erst einmal einen Kurs besuchen müsste, um überhaupt zu verstehen, was man kochen soll. Und nachmachen soll man das ganze dann auch noch. Bei uns im Lernradio ist wie immer alles ganz einfach, aber dennoch raffiniert…

Wie wäre es denn dieses Jahr am Heiligabend mit einem wunderbar duftig-deftigen Fleischtopf? Das klingt vielleicht nicht so furchtbar poetisch, aber dafür wissen die Gäste dann auch, was sie da essen. Außerdem soll das Essen nicht klingen, sondern schmecken, und das tut unser weihnachtlicher Fleischtopf garantiert. Und was mindestens genauso wichtig ist: Er ist wirklich kinderleicht herzustellen.
Grundvoraussetzung, damit alle satt und zufrieden werden, ist allerdings ein ausreichend großer Bräter. In diesen kommen eigentlich nur drei Zutaten:

  • 1 kg Mittelbug
  • 700 g Dörrfleisch
  • 1 kg Zwiebel

Das Fleisch kaufen Sie am besten in ihrem nächstgelegenen Fleischerei-Fachgeschäft, sprich: Metzgerei ein. Dort lassen Sie sich das gute (und nicht ganz billige) Stück vom Mittelbug in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden, und das Dörrfleisch fein zerkleinern. Den Zwiebeln müssen Sie dann aber schon selbst zu Leibe rücken. Ob Sie sich dabei mit Hilfe einer Schwimmbrille vor Gefühlsausbrüchen schützen oder ihren Tränen freien Lauf lassen wollen, bleibt Ihnen überlassen.

Idealerweise liegen nun drei große Zutatenhaufen zur Weiterverwendung bereit. Diese werden nun in den Bräter geschichtet, aber nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Die unterste Schicht bilden Zwiebeln, dann kommt eine Schicht Mittelbug und dann eine mit Dörrfleisch, dann wieder Zwiebeln, Mittelbug und Dörrfleisch und zum Schluss eine Schicht Zwiebeln. Zwischendurch immer gut pfeffern, aber wenig bis gar nicht salzen, denn das Dörrfleisch ist von sich aus bereits sehr salzig.

An diesem Punkt der Zubereitung kann man jetzt ernsthaft etwas falsch machen. Wenn man nämlich den Bräter nicht gut abdeckt, verdampft die Sauce, die ansonsten ganz automatisch entstanden wäre, und ohne die die ganze Mahlzeit nicht halb so gut schmeckt. Also gut abdecken, und zwar erstens mit Alufolie direkt über der obersten Schicht Zwiebeln, und zweitens mit dem hauseigenen Deckel des Bräters. Jetzt kommt das ganze in den Ofen, und zwar knappe 3 Stunden bei 200 Grad.

Nun hat man genug Zeit, sich zum Beispiel um die Dekoration zu kümmern, oder sich das eine oder andere Stündchen auzuruhen. Aber auch die Beilagen wollen zubereitet sein. Zu unserem leckeren Fleischtopf gibt es Weißbrot und einen Feldsalat. Ein gutes Weißbrot ist stets frisch und knusprig, eine gute Salatsauce lebt von exzellenten Zutaten. Das könnte im Falle einer Sahnesauce zum Beispiel heißen:

  • 3 Teile fruchtiges, nicht bitteres Olivenöl
  • 1 Teil weißen Balsamico (der ist milder als der schwarze)
  • 2 Teile Süße Sahne
  • Knoblauch (daran nicht sparen, der Salat darf gegenüber dem Hauptgericht geschmacklich nicht untergehen)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, eine kleine Prise Zucker
  • 1 Spritzer Zitronensaft.

Bei diesem wirklich äußerst einfachen und (von der Vorbereitungzeit her) schnellen Gericht werden ihre Gäste genauso begeistert sein, wie ich es letztes Jahr zu Weihnachten war, als es mir kredenzt wurde. Der Duft füllt die ganze Wohnung und der Geschmack den ganzen Gaumen. Und wem der Name Fleischtopf dann doch zu ordinär klingt, der möge ihn ins Französische übersetzen. Allzeit gutes Gelingen und einen guten Appetit!

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Von Moritz Chelius

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