Karlsruher Meisterklassen
Wintersemester 2008/09

OPER / LIED
 

 

 

Dietrich Fischer-Dieskau
Julia Varady

Sa | 6. Juni bis
Di | 9. Juni 2009

Schloss Gottesaue, Marstall

Dietrich Fischer-Dieskau
Deutsches Lied
jeweils 10.30 bis 13.30 Uhr

Julia Varady
jeweils 16 bis 19 Uhr

Repertoire: nach freier Wahl

Teilnehmer:
Studierende der Hochschule für Musik Karlsruhe sowie anderer europäischer Musikhochschulen im Rahmen verfügbarer Plätze. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Hörer sind willkommen, Anmeldung im Koordinationsbüro erbeten.

Teilnahmebedingungen:
Die aktive Teilnahme umfasst Lied und Oper. Die Anmeldung ist nur als Duo möglich. Das ausgefüllte
Anmeldeformular und eine Kassette oder CD mit
einem Lied und einer Opernarie sind im Rektorat einzureichen. Die Entscheidung über die aktive Teilnahme wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Teilnehmergebühr für auswärtige Teilnehmer:
400 € pro Liedduo

Anmeldeschluss: 24. April 2009

 

  Diese Meisterklasse wird gesponsert von der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg: Kunst und Kultur. Wir danken für die Unterstützung.
 

Kammersänger Prof. Dr. Dr. h. c. Dietrich Fischer-Dieskau , 1925 in Berlin geboren, zählt zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Schaffen ist von einer enormen Vielseitigkeit geprägt: Als Opern- und Liedsänger setzte er seit den 50er Jahren Maßstäbe, er war und ist aber auch Dirigent, Pädagoge, Autor, Rezitator, Maler. 1941 begann er seine Gesangsausbildung bei Georg A. Walter, die er 1942 bei Hermann Weissenborn
an der Musikhochschule Berlin fortsetzte. Sein erster öffentlicher Auftritt war 1943, - in diesem Jahr wurde er auch zum Wehrdienst einberufen. 1947, nach seiner Kriegsgefangenschaft, nahm er
das Studium wieder auf. Nach seinem Operndebüt 1948 an der Städtischen Oper Berlin wurde Dietrich Fischer-Dieskau zu einem der gefragtesten Sänger auf internationalen Bühnen und Festivals mit Auftritten an der Wiener Staatsoper und der Bayerischen Staats-oper München, bei den Salzburger Festspielen (Debüt 1951), beim Edinburgh Festival, bei den Bayreuther Festspielen, in der Carnegie Hall New York, der Opera Covent Garden, bei dem Aldeburgh Festival und in der Festival Hall London. Tourneen und Gastspiele führten ihn rund um die Welt. Als erster deutscher Künstler nach dem Krieg trat er 1971 in Israel auf. Er arbeitete mit den bedeutendsten Dirigenten seiner Zeit wie Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Sir Thomas
Beecham, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Ferenc Fricsay, Sir Georg Solti, Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Herbert von Karajan und Eugen Jochum.
Dass das Kunstlied in der Rezeption heutzutage einen so hohen Stellenwert hat, ist maßgeblich Dietrich Fischer-Dieskau zu verdanken.Seine Partner am Klavier waren Pianisten wie Gerald Moore, Jörg Demus, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Svjatoslav Richter und Hartmut Höll. Mit großer Begeisterung beschäftigte er sich auch mit der zeitgenössischen Musik, davon zeugt seine Mitwirkung bei zahlreichen Uraufführungen. Seit Beginn der 70er Jahre widmete
Dietrich Fischer-Dieskau sich vermehrt dem Dirigieren. Er stand am Pult von Orchestern wie der Camerata Academica Salzburg, dem Scottish National Orchestra, dem English Chamber Orchestra, dem Philharmonia Orchestra London, dem Los Angeles Philharmonic und dem Israel Philharmonic Orchestra.
Bereits 1983 nahm er seinen Abschied von der Opernbühne und begann seine Lehrtätigkeit als Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. 1992 gab er sein letztes Liedkonzert im Rahmen von „Europa im Aufbruch“ bei der Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart. Danach begann er seine Tätigkeit als Rezitator, und seit 1994 gibt er seine vielbeachteten öffentlichen Meisterkurse.
Dietrich Fischer-Dieskau publizierte zahlreiche Bücher, darunter „Wagner und Nietzsche“ (1974), „Robert Schumann, Wort und Musik“ (1981), „Töne sprechen, Worte klingen“ (1985), „Nachklang“ (Autobiographie. 1989), „Wenn Musik der Liebe Nahrung ist“ (1990), „Weil nicht alle Blütenträume reiften“ (1992), „Claude Debussy und seine Welt“ (1993), „Schubert und seine Lieder“ (1997), „Mörike und Wolf. Der Nacht ins Ohr.“ (1998).
Seit seiner ersten Rundfunkaufnahme 1947 mit Schuberts „Winterreise“ entstand eine mit über 400 Titeln einzigartige Diskographie. Für seine Einspielungen erhielt er fast jährlich Schallplattenpreise wie den Grand Prix du Disque, den Edison-Preis und das Goldene Grammophon der Polydor International. Auch in zahlreichen Filmen ist das Schaffen von Dietrich Fischer-Dieskau dokumentiert. Für sein künstlerisches Werk wurde er vielfach hoch geehrt, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und dem Großen Verdienstkreuz des Bundesverdienst-ordens, dem Kunstpreis der Stadt Berlin, der Mozart-Medaille Wien, dem Léonie Sonning-Musikpreis, dem Ernst-von-Siemens-Musikpreis, dem Bayerischen Maximilians-Orden für Wissenschaft und Kunst, dem Orden Pour le mérite Deutschland, dem Schumann-Preis der Stadt Zwickau, der Gold Medal der Royal Philharmonic Society, dem Chevalier de la Légion d’Honneur, der Ernst-Reuter-Plakette Berlin, dem Life achievement „The Gramophone“ Award und dem Edison „Life Achievement Award“ Amsterdam. Er ist Bayerischer und Berliner Kammersänger, Ehrensenator der Universität der Künste Berlin und Ehrendoktor der Sorbonne Paris, der Yale University, der Oxford University und der Universität Heidelberg.
Seit 1977 ist Dietrich Fischer-Dieskau mit der Sängerin Julia Varady verheiratet. Seine drei Söhne Matthias, Martin und Manuel stammen aus seiner ersten Ehe mit der 1963 verstorbenen Cellistin Irmgard Poppen.

  Julia Varady, am 1. September 1941 in Oradea in Rumänien geboren, erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Cluj (Klausenburg) bei Emilia Popp und am Konservatorium in Bukarest bei Arta Florescu. Bereits während ihrer Studienzeit wurde sie als Solistin für Mozart- und Puccini-Rollen engagiert. 1962 debütierte sie an der Oper von Cluj. Dort sang sie über zehn Jahre dramatische Sopranund Mezzosopranrollen. Gleichzeitig hatte sie Gastauftritte an den Opernhäusern in Bukarest und Budapest. 1970 engagierte Christoph von Dohnanyi Julia Varady an die Oper Frankfurt am Main, wo sie von 1970 bis 1972 unter anderem als „Antonia“ in Les Contes d’Hoffmann, „Elisabetta“ in Verdis Don Carlos und „Donna Elvira“ in Don Giovanni zu erleben war. In Köln hatte sie Gastauftritte als „Fiordiligi“ in Così fan tutte und als „Violetta“ in La Traviata. 1973 zog sie die Aufmerksamkeit bei den Münchner Festspielen als „Vitellia“ in Mozarts La clemenza di Tito auf sich und wurde im gleichen Jahr von der Bayerischen Staatsoper in München unter Vertrag genommen. Dort feierte sie einen großen Erfolg als „Elettra“ in Mozarts Idomeneo. Darüber hinaus konnte Julia Varady an der Bayerischen Staatsoper in 14 der Rolle der „Santuzza“ in Cavalleria rusticana bewundert werden, als „Butterfly“, als „Liu“ in Puccinis Turandot, als „Violetta“, als „Leonora“ in La forza del destino, als „Elisabetta“ in Don Carlos, als „Aida“, als „Senta“ in Der fliegende Holländer und in vielen anderen Rollen. Danach wurden die Deutsche Oper in Berlin – wo sie 1978 als „Gräfin“ in Le nozze di Figaro, 1982 als „Aida“, 1991 als „Desdemona“ und 1992 als „Elisabeth“ in Tannhäuser zu sehen war –, der Covent Garden in London – 1987 als „Desdemona“, 1992 als „Senta“ –, sowie die Wiener Staatsoper zu ihrer künstlerischen Heimat. Sie trat beim Edinburgh Festival (als „Alceste“), in Salzburg (als „Elettra“, „Vitellia“ und „Donna Elvira“) und an der Mailänder Scala (als „Elettra“) auf. 1977/78 hatte Julia Varady ihr Debüt an der Metropolitan Opera in New York als „Donna Elvira“. 1987 führte sie eine Tournee der Deutschen Oper Berlin nach Japan als „Sieglinde“ in Wagners Die Walküre. 1995 stand sie an der Opéra Bastille Paris als „Abigaille“ in Verdis Nabucco auf der Bühne. Ihr Repertoire umfasst alle Mozart- und Verdi-Rollen wie auch Strauss und Wagner. Dass sich Julia Varady auch in Opern zeitgenössischer Komponisten zuhause fühlt, zeigt der überragende Erfolg, den sie als „Cordelia“ bei der Premiere von Aribert Reimanns Oper Lear errang. Gegenwärtig hat Julia Varady eine Gastprofessur für Operninterpretation an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin inne.
   

 

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Verantwortlicher Dozent und Ansprechpartner:
Hartmut Höll | E-Mail: kivisaari@aol.com
Andrea Raabe | E-Mail: andrea.raabe@hfm.eu

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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