Karlsruher Meisterklassen
Wintersemester 2011/12

LIEDGESTALTUNG
 
Wolfgang Rihm  

Wolfgang Rihm
arbeitet eigene Liedkompositionen

Do | 26. bis
Fr | 27. Januar 2012

Zeiten werden noch bekanntgegeben
Karlstraße 47, Raum 211

Teilnehmer: Studierende der Hochschule für Musik
Karlsruhe und anderer europäischer
Musikhochschulen (im Rahmen verfügbarer Plätze) mit
Hauptfach Gesang. Zuhörer sind willkommen.

Teilnahmebedingungen und Anmeldeschluss:
Das vollständig ausgefüllte Anmeldeformular ist bis zum
12. Januar 2012 einzureichen.

Gebühr für auswärtige Teilnehmer: 150 EUR

 

   

Wolfgang Rihm ist Komponist, Professor für Komposition und Autor zahlreicher Bücher – teilweise Sammlungen seiner Schriften, teilweise als Gesprächspartner in Interviewbänden. Er ist auch Mitglied zahlreicher Gremien in Deutschland, wo immer es gilt, die Interessen der Musikschaffenden zu vertreten. Keine Zweifel: Wolfgang Rihm ist ein Phänomen, eine überlebensgroße Figur. Sein Wissen auf seinem eigentlichen Betätigungsfeld, der Musik, ist allumfassend, aber das gleiche gilt auch für die Künste, die Literatur, die Philosophie – die alle für sein Komponieren als Inspirationsquelle dienen. Die Welt, die er mit seinen über 400 Kompositionen geschaffen hat, ist ein Universum. Als solches kann es nicht eingestuft, mit einem Label abgehakt werden. Um den Titel eines englischen Filmes umgewandelt zu entlehnen: er ist ‚a composer for all seasons‘. Rihm hat so genannte neue Musik geschrieben – und die Titel seiner Kompositionen sind symbolhaft für die Musikgeschichte der letzten über 30 Jahre geworden, ein Gemeingut, dessen sich Orchester, Ensembles und Kammergruppen regelmäßig und selbstverständlich bedienen (Etwa: Jagden und Formen, der Chiffre-Zyklus, Pol - Kolchis - Nucleus.). Gleiche Bedeutung steht den Werken zu, die sich auf die Musikgeschichte berufen – etwa Oratorien in der Bach-Nachfolge (Deus Passus), Orchesterwerke, die sich an Brahms orientieren (Ernster Gesang) oder Kammermusik nach Robert Schumann (Fremde Szenen). Schon als 25jähriger hat Rihm eine Kammeroper komponiert, die seit über 30 Jahren im Repertoire verankert ist (Jakob Lenz); weitere Musiktheaterwerke verschiedenster Stile bereichern die Programme der Opernhäuser (Die Eroberung von Mexico, Séraphin, Das Gehege). Wolfgang Rihm ist einer der wichtigsten Liederkomponisten unserer Zeit; seine Streichquartette (weit mehr als die zwölf nummerierten) werden von den verschiedensten Gruppen in zyklischen Konzertreihen präsentiert. Rihm ist ein Komponist, der sich immer in Frage stellt. Jedes neue Werk sei eine Antwort auf das Vorausgegangene; jedes neue Werk wirft Fragen auf, die er im nächsten Stück zu beantworten sucht. So entstehen Werk- Wolfgang Rihm arbeitet eigene Liedkompositionen Liedgestaltung 27 reihen, nur für die Eingeweihten nachvollziehbare Netzwerke, ganze Familien von Kompositionen. Alles ist ständig im Wachsen, es wird ununterbrochen gearbeitet, ergänzt, in neue Verbindungen gebracht. Rihms Tätigkeit als Lehrer (mit Vykintas Baltakas und Jörg Widmann unter seinen Studenten) wäre ein anderes Kapitel. Und wenn man bedenkt, welch großartiger Zeichner er ist, und wenn man das Gedicht liest, das er über und für sein Trompetenkonzert Marsyas geschrieben hat, muss man zugeben, dass Wolfgang Rihm in der Tat eine überlebensgroße Figur ist.

1952 – geboren in Karlsruhe
1963 – erste Kompositionsversuche
1968-1972 – Kompositionsstudium bei Eugen Werner Velte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe noch während seiner Studienzeit am Humanistischen Gymnasium; weitere Kompositionsstudien bei Wolfgang Fortner und Humphrey Searle
1970 – erstmals bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik
1972 – Abitur am Gymnasium und Staatsexamen in Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule
1972-1973 – Kompositionsstudium bei Karlheinz Stockhausen in Köln
1973-1976 – Kompositionsstudium bei Klaus Huber und musikwissenschaftliche Studien bei Hans Heinrich Eggebrecht in Freiburg im Breisgau
1973-78 – gelegentliche Lehrtätigkeit in Karlsruhe
1976 – Faust und Yorick - Kammeroper Nr. 1 (Jean Tardieu/Frithjof Haas)
1977-1978 – Jakob Lenz - Kammeroper Nr. 2 (Georg Büchner/Michael Fröhling)
1978 – Berliner Kunstpreis-Stipendium; Kranichsteiner Musikpreis Darmstadt; Reinhold Schneider-Preis der Stadt Freiburg
seit 1978 – Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen
1979 – Stipendium der Stadt Hamburg
1979-1980 – Stipendium an der deutschen Künstlerakademie, Villa Massimo in Rom (Rom-Preis)
1981 – Beethoven-Preis der Stadt Bonn; Lehrtätigkeit in München
seit 1982 – Präsidiumsmitglied des Deutschen Komponisten-Verbandes
1983 – Stipendium der Cité des Arts in Paris
1983-1986 – Die Hamletmaschine (Heiner Müller/Rihm)
1984-1985 – Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin; Mitherausgeber der Musikzeitschrift „Melos“ (bis 1989);
Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates
1984-1989 – musikalischer Berater der Deutschen Oper Berlin
seit 1985 – Professor für Komposition an der Karlsruher Musikhochschule als Nachfolger seines Lehrers Velte; Kuratoriumsmitglied der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF Baden-Baden
1986 – Rolf-Liebermann-Preis für die Oper Hamletmaschine
1986-1987 – Oedipus (Textzusammenstellung von Rihm nach Sophokles, Hölderlin, Nietzsche, H. Müller)
1987-1991 – Die Eroberung von Mexico (Antonin Artaud/Rihm)
seit 1989 – Im Aufsichtsrat der GEMA
1989 – Bundesverdienstkreuz
1990-1993 – musikalischer Berater des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (ZKM)
1991 – Festredner bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele; Mitglied der Akademien der Künste München, Berlin und Mannheim
1994 – Séraphin - Musiktheater ohne Text, UA in Frankfurt am Main; Februar: Großes Rihm-Portrait (35 Werke) im Rahmen von Éclat – Tage für Neue Musik, Stuttgart
1996 – szenische EA von Séraphin in Stuttgart
1997 – Prix de Composition Musical de la Fondation Prince Pierre de Monaco; Composer in Residence bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern 28
1998 – Jacob Burckhardt-Preis der Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung; Ehrendoktorat der Freien Universität Berlin
2000 – Composer in Residence bei den Salzburger Festspielen und beim Festival Musica in Strasbourg; Bach-Preis der Stadt Hamburg
2001 – Royal Philharmonic Society Award für Jagden und Formen; Das französische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten ernennt
Wolfgang Rihm zum ‚Officier dans l’Ordre des Arts et des Lettres‘.
2001-2002 – Rihm wird anlässlich seines 50. Geburtstages europaweit gefeiert (Festivals, Uraufführungen)
2003 – Der Ernst von Siemens-Musikpreis wird Rihm zugesprochen.
Der Preis wurde ihm am 22. Mai 2003 im Münchner Cuvilléstheaterüberreicht; 7. November: Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Karlsruhe
2004 – 8. Mai: Rihm wird die Verdienstmedaille des Landes Baden- Württemberg verliehen
2006 – 27. Oktober: Uraufführung der Oper Das Gehege (nach Botho Strauß‘ Schauspiel „Schlusschor“) in der Bayerischen Staatsoper in München
2009 – 2. Mai: Uraufführung des Monodramas Proserpina im Rokokotheater
Schwetzingen
2010 – 27. Juli: Uraufführung der Oper Dionysos (eine Opernphantasie nach Texten von Friedrich Nietzsche, Libretto vom Komponisten) im Rahmen der Salzburger Festspiele
2010 – 30. September: Rihm wird der Goldene Löwe 2010 des Bereichs Musik der Biennale di Venezia für sein Lebenswerk zugesprochen
(Quelle: Universal Edition Wien)

   

 

 

=>> Anmeldung (PDF-Dokument)

 

=>> Teilnahmebestätigung (PDF-Dokument)

 

Verantwortlicher Dozent und Ansprechpartner:
Hartmut Höll | E-Mail: kivisaari@aol.com
Mitsuko Shirai | E-Mail: mitsukoshirai@aol.com

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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