Prof. Ralf Gothóni

Ralf Gothóni

Der in Finnland geborene Ralf Gothóni hat eine weltweite, sehr vielseitige Karriere als Pianist, Kammermusiker und Dirigent. Er wurde bekannt durch seine unkonventionelle Art zu musizieren, nicht nur als Pianist, sondern mit aussergewöhnlichem Charakter als Ganzheitlicher Musiker. Er begann mit drei Jahren Violine und mit fünf Jahren Klavier zu spielen. 1967 trat er beim Jyväskylä Summer Festival als „Debütant des Jahres” auf.

Nach dreizigjähriger weltweiter Konzerttätigkeit als Pianist wurde er 1995 auch als erster Gastdirigent des Turku Philharmonie berufen. Diese Position hatte er bis 2000. Danach war er Chefdirigent des legendären English Chamber Orchestra von 2000 bis 2009, 2001 bis 2006 war er Music Director des Northwest Chamber Orchestra in Seattle, USA. Seit 2004 ist er auch erster Gastdirigent der Deutschen Kammerakademie.

Er war künstlerischer Leiter der Opernfestspiele von Savonlinna 1984 bis 1987 und gründete 1994 das „Forbidden City Music Festival” in Peking, dessen künstlerischer Leiter er in 1996 und 1998 war. Weiter hat er Kulturverbindungen zwischen Ägypten und Finnland geschaffen (”Musical Bridge Egypt-Finland” 2005-12). Professor für Kammermusik war er an der Sibelius Akademie in Helsinki 1992 bis 2007, an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg 1986 bis 1996 sowie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin 1996 bis 2000. Seit 2006 ist er Professor an Instituto da Musica Camara, Reina Sofia in Madrid und seit 2012 Gastprofessor an der Hochschule in Karlsruhe. Gothóni wird als Solist und Dirigent zu den bekanntesten Festivals und Orchestern der Welt eingeladen und gastiert bei den wichtigsten Kammermusikfestspielen. Er bestritt Uraufführungen von über Dutzend Klavierkonzerte mehrerer Komponisten wie Aulis Sallinen, Curtis Curtis-Smith, Eino-Juhani Rautavaara, Leif Segerstam und Sir John Tavener. Er ist oft eingeladen als Jury Mitglied bei den grössten Wettbewerben.

Seine Discographie umfasst an die 100 Einspielungen für verschiedene Labels, darunter BIS, CPO, Decca, Deutsche Grammophon, EMI, Erato und Ondine. Darunter sind seine viel beachteten Schubert-Einspielungen, das Konzert von Britten, Choros XI von Villa-Lobos und die Aufnahme der beiden ersten Klavierkonzerte von Rautavaara mit dem Leipziger Rundfunkorchester und Max Pommer und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Jukka-Pekka Saraste besonders hervorzuheben. Zu den Kompositionen von Ralf Gothóni gehören drei Kammeropern, die Vertonung der chinesischen Zen-Erzählung „Der Ochse und sein Hirte”, das Concerto Grosso für Violine, Klavier und Streicher, Kammermusik und Lieder.

Sein erstes Buch über die Phänomenologie in der Musik ("Der Kreative Moment”) erschien in 1998, das zweite Buch ("Dreht sich der Mond?”) in 2001. Ralf Gothóni erhielt viele Auszeichnungen, darunter eine der höchsten Auszeichnungen für klassische Musiker, den Gilmore Pianist Award 1994; die Schubert-Medaille des Österreichischen Kultusministeriums, den Ehrenpreis der Kulturstiftung Finnlands und den Orden Pro Finlandia.

 

       
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