Chronik

2004

LA CENERENTOLA
   


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von Gioachino Rossini Dramma giocoso in zwei Akten
Libretto von Jacopo Ferretti
In italienischer und deutscher Sprache
Premiere: 15. Juni 2003
Weitere Aufführungen: 17./18. und 20.06.2003
Konzerthaus Karlsruhe

Musikalische Leitung: Alicja Mounk
Regie: Andrea Raabe
Bühnenbild: Tobias Dinslage
Kostüme: Susanne Hubrich
Dramaturgie: Klaus Angermann
Musikalische Studienleitung: Sigmar Steddin
Musikalische Einstudierung: Matthias Hammerschmitt
Anna Skryleva
Regieassistenz und Abendspielleitung: Annette Schekahn
Kostümassistenz Anne Schmitt
Inspizienz  Annabelle Köhler
Sprachbetreuung: Stefanie Köhler
Künstlerisches Betriebsbüro: Sabine Lüdtke
Technische Betreuung: Ralf Haslinger
Bühnentechnik: Frank Singer, Karl-Heinz Reindl,
Meik Stamer
Licht: Stefan Woinke
Maske: Jutta Krantz
Schneiderei: Roswitha Reindl, Andrea Schmittke
Sängerinnen und Sänger: Studierende des Instituts für Musiktheater
Orchester: Studierende der Hochschule für Musik Karlsruhe

Aschenputtel gehört zweifellos zu den bekanntesten Märchen der Welt. Allein die große Fülle von mehr als 7000 (!) Überlieferungen, in denen sich das Märchen in unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen ausfindig machen lässt, deutet auf das starke Interesse der Menschen an der Thematik dieses Märchenstoffes hin. Die Geschichte von dem Mädchen, das von seinen Stiefschwestern verachtet in der Asche liegen muss, wurde auch in zahlreichen Versionen für die Bühne adaptiert.

Die wohl bekannteste Adaption für die Opernbühne schuf Gioacchino Rossini (1792-1868) mit seiner 1817 in Rom uraufgeführten Opera buffa "La Cenerentola". Das von Jacopo Ferretti verfasste Libretto basiert auf der französischen Variante des Märchens, die Charles Perrault 1697 unter dem Titel "Cendrillon oder gläserne Pantoffel" in einem Erziehungsbuch für aristokratische Sprösslinge veröffentlicht hatte. Rossini und sein Textdichter entzauberten die Handlung dahingehend, dass sie die gute Fee durch einen aufgeklärten Philosophen ersetzten und Aschenputtel als eine selbstbewusste Frau zeichneten, der Selbstmitleid und Rührseligkeit in ihrem Schicksal fremd sind.

Nur unter der Vorraussetzung einer solchen Verweltlichung des Stoffes konnte Rossini das Aschenputtel-Märchen überhaupt komponieren. Nicht das psychologisch motivierte Drama war sein Metier, sondern die Buffo- Oper, in der die Figuren in eine marionettenhafte Distanz gerückt sind. Dort aber, im Medium des heiteren Spiels, entfalten sie dank der Musik ihre ganz eigene Poesie und durchaus vielschichtige Emotionalität. Diese wird nicht "veristisch" vorgeführt, sondern lauert gewissermaßen hinter der Maske der melodischen und rhythmischen Bravour.

Die Vielschichtigkeit und Aktualität des Märchenstoffes geht Rossinis Oper jedoch nicht verloren. Sehr heutig erzählt es die Geschichte zweier Menschen, die um ihr persönliches Glück kämpfen. Da ist zum einen Aschenputtel, ein Mensch von seiner Umwelt unterdrückt, der aber dennoch selbstbewusst seinen Weg geht, um seine Träume zu verwirklichen. Und da ist zum anderen der Prinz, der sich über enge Konventionen hinwegzusetzen versucht und nach inneren Werten seiner Mitmenschen sucht. Beide lösen sich aus ihren Zwängen und beide finden ihren Weg zu freien persönlichen Entscheidungen. Somit wird "La Cenerentola" zu einer Parabel über die innere Kraft des Menschen, sich gegen Alltagserfahrungen wie Ausgrenzung und Unterdrückung zur Wehr zu setzen - und dabei auch noch sein Glück zu finden...

 

 

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