Projekte

„Fahrstuhlmusik 2.0“ - Klanginstallation

 


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Sommersemester 2008 - Aufführung 2. Juli 2008

Eingesetzte Software: Max/MSP/Jitter

Beteiligte: Matthias Schneiderbanger,
Vincent Wikström, Michael Vierling, Sebastian Moser, Friedemann Dupelius
(Studenten des Studiengangs Musikinformatik, Institut für Musikinformatik/Musikwissenschaft der HfM Karlsruhe)

Projektleitung: Rainer Lorenz (ComputerStudio)

Weiterführende Links: http://www.music-nerds.net/2008/11/fahrstuhlmusik-20/

Am 2. Juli 2008 wurde im Fahrstuhl des Schloss Gottesaue der Hochschule für Musik Karlsruhe eine Klanginstallation aufgebaut, welche das Ziel hatte, den Begriff der "Fahrstuhlmusik" umzudeuten und anstatt seichter Berieselung interaktiv erzeugte elektronische Klänge zu erzeugen.

 

 

 

 

 


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Am 2. Juli 2008 wurde im Fahrstuhl des Schloss Gottesaue der Hochschule für Musik Karlsruhe eine Klanginstallation aufgebaut, welche das Ziel hatte, den Begriff der "Fahrstuhlmusik" umzudeuten und anstatt seichter Berieselung interaktiv erzeugte elektronische Klänge zu erzeugen. …

Am 2. Juli 2008 wurde dem Studiengang Musikinformatik an der Hochschule für Musik Karlsruhe eine Auszeichung im Wettbewerb "Deutschland - Land der Ideen" verliehen. In Hinblick auf diesen Tag und mögliche Projekte, die realisiert werden könnten, kam die Idee auf, den Fahrstuhl der Musikhochschule akustisch zu verwandeln – ein Ort, der einerseits alltäglich ist, andererseits aber auch seinen ganz speziellen Charakter hat. Stichwortgeber war die „Fahrstuhlmusik“, auch als „Muzak“ bekannt. Diese beschreibt im eigentlichen Sinne die musikalische Hintergrundberieselung, die in den Fahrstühlen von Einkaufshäusern bei den Kunden eine unbewusst positive, gelassene Stimmung erzeugen und sie letztendlich kauffreudiger machen soll.
Unser Projekt deutet den Begriff der „Fahrstuhlmusik“ um: Mit Einkaufen hat die Musikhochschule, der Studiengang Musikinformatik eher weniger zu tun. Und während in den „Muzak“-Fahrstühlen die Aufzugnutzer wenig gegen ihre akustische Umgebung tun können – vielleicht auch gar nicht wollen? -, werden sie in dieser Installation selbst entscheidend aktiv. Und auch der Sound in unserem Aufzug dürfte sich von dem weniger interessanten Hintergrundplätschern der Kaufhäuser deutlich unterscheiden.

 

   


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Diese Idee der Begriffsumdeutung ist aber nur ein Aspekt des Projekts, die Ausgangsidee, von der aus der Studiengang Musikinformatik ins Spiel kommt:
Was sich im Fahrstuhl abspielt, gelingt mit Hilfe moderner Soft- und Hardware. Die Geräusche und Gespräche der Fahrstuhlgäste werden über ein Mikrofon aufgezeichnet, umgehend digital bearbeitet und über Lautsprecher in neuem akustischen Gewand wieder ausgegeben. Verschiedene Effekt-/Signalverarbeitungstechniken aus der elektronischen Musik(bearbeitung) kommen hierbei zum Einsatz. Die Stimmen der Fahrstuhlbenutzer werden beispielsweise mit Delay, Hall, Flanger- oder Pitcheffekten live verändert und verfremdet. Das Klangmaterial selbst (die Geräusche und Worte im Aufzug) wird erst vor Ort gewonnen und dient als unverzichtbare Grundlage für das live entstehende Klangbild. Was dort herauskommt, ist also nicht auskomponiert. Das Grundgerüst wird von der Software geliefert, das Klangergebnis aber entsteht erst durch die Besucher der Installation.

Und noch eine weitere Möglichkeit besteht für den Fahrstuhlgast, seine akustische Umgebung selbst mitzugestalten: Die Art der Klangverarbeitung variiert, nachdem, in welchem Stockwerk sich der Fahrstuhl gerade befindet.

 

   
   

Technisch läuft dies so ab: Eine Kamera ist im Fahrstuhl positioniert und nimmt dort das Display, auf dem Nummer/Buchstabe des aktuellen Stockwerks angezeigt wird, auf. Die Kamera ist mit dem Computer und der Signalverarbeitungs-Software verbunden. Hier wird optisch erkannt, wo sich der Fahrstuhl gerade befindet und bei jedem Umschalten in einem Stockwerk der ganz eigene Sound dieser Etage aktiviert.
Insgesamt gibt es 6 verschiedene Geschosse, also 6 unterschiedliche Möglichkeiten, die Art und Weise, wie der Sound der Besucher den Klang im Fahrstuhl verändert.

Die Steuerungs- sowie die Klangbearbeitungsprogramme („Patches“) wurden von den Studenten selbst in den Programmierumgebungen Max/MSP und Jitter nach den speziellen Bedürfnissen erstellt. Mit dieser Software lassen sich Installationen wie diese gut realisieren.
Die Ziele in diesem Projekt sind verschiedene:

  • unterschiedliche Techniken zu verwenden, Klänge elektronisch (digital) zu bearbeiten und somit die Klang(bearbeitungs)vielfalt elektronischer Musik bzw. digitaler Musiktechnologie aufzuzeigen,
  • einen alltäglichen Raum akustisch zu verwandeln,
  • den Besucher der Installation selbst aktiv werden zu lassen und zum Mitmachen zu animieren.

 

   
  WindowsMedia-Datei   Klangbeispiel (mp3)

 

 


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