Karlsruhe:
Antenne 104.8 MHz
Kabel 100.2 MHz

Reinhard Krol

 

Geboren 1950 in Berlin. Aufgewachsen in Berlin und im Schwabenland. 1968 Abitur in Stuttgart. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Kunstgeschichte in München.

1971 glaubte der Süddeutsche Rundfunk in Stuttgart nicht länger auf meine Mitarbeit verzichten zu können, drückte mir ein Aufnahmegerät in die Hand und schickte mich zu meinem ersten Interview. So etwas wie ein Volontariat gab´s damals bei den Sendern noch nicht. Der Reporter lernte vor Ort: beim notorischen Kleintierzüchterverein, in stundenlangen, nächtlichen Gemeinderatssitzungen oder beim Umsonst & Draußen-Festival, wenn es in Strömen goss.

Danach konnte einen nur noch wenig erschüttern. 1976 lockte mich der Ruf des Fernsehens. In Stuttgart sollten Fernsehnachrichten speziell für Kinder entwickelt werden. Bis dato ein Unternehmen ohne Vorbild in Deutschland. "Durchblick" hieß die Sendung, die einmal in der Woche für 15 Minuten von der Weltpolitik über den Schulstreik in irgendeinem kleinen Dorf bis hin zur neuesten Teenie-Band berichtete.

1979 kehrte ich zum Hörfunk zurück, denn eine neue Welle wurde geboren. Radio3, das spätere Südfunk3, 24 Stunden Pop-Musik. Dazwischen Interviews Reportagen, Telefontalk, politische Beiträge, Film- und Buchkritiken, Comedy... Alles war möglich - auch für uns Macher der ersten Stunde. Wer moderieren wollte moderierte. Wen ein Thema reizte schlug es vor. Wer sich mehr für Redaktionsarbeit interessierte engagierte sich dort. Und am schönsten war, überall mitzumischen.

1985 entschloß sich der SDR auch in der aktuelleren Kulturberichterstattung modernere Radioformen zu erproben. Das war die Gelegenheit, mich von der Pop-Welle zu verabschieden und zum Kulturjournalismus zu wechseln. Doch so ernst wir die Themen nahmen, so modern und radiophon versuchten wir sie aufzubereiten. Was uns bei etablierten Kulturjournalisten immer wieder allerlei Vorbehalte bescherte. Stuttgart ist zwar eine schöne Stadt. Aber nach 20 Jahren Journalismus von dort hatte ich alle Schönheiten entdeckt und beschloss als freier Korrespondent nach Berlin zu ziehen.

Die Gelegenheit war ideal. Durch den Fall der Mauer bot sich ein neuer, riesiger Berichterstattungs-Raum. Und für Themen aus dem sozio-kulturellen Spektrum suchten die deutschen Sender händeringend Korrespondenten, die ihr Handwerk verstanden, die sie andrerseits aber nicht fest anstellen sondern nach Leistung honorieren wollten. Diese goldenen Berliner Jahre sind heute vorbei.

Parallel zur Korrespondententätigkeit begann ich 1993 eine stetig wachsende Lehrtätigkeit als Trainer und Ausbilder für Journalistenkollegen und solche , die es werden wollen. Diese Seminare finden zum überwiegenden Teil unter dem Dach der ZFP (Zentrale Fortbildung der Programmitarbeiter ARD/ZDF ) statt.

Es war im Frühjahr 1995, als mich ein Ex-Kollege aus Stuttgarter Tagen - Dr. Otto Tomek - anrief und mir vom Projekt Lernradio erzählte, einem Aufbau-Studiengang an der Musikhochschule Karlsruhe für angehende Musikjournalisten. Seitdem bin ich mit von der Partie und kümmere mich darum, dass die StudentInnen mit den Basics des journalistischen Handwerks vertraut werden: vom Führen eines Interviews über die Gestaltung von Beiträgen bis hin zur Live- und Studio-Moderation . Und um nicht aus der Live-Übung zu kommen moderiere ich - wenn es der Terminplan zulässt - die "Ortszeit", das Frühmagazin des DeutschlandradioBerlin

Reinhard Krol

www.reinhard-krol.de

 


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