KS Julia Varady-Fischer-Dieskau

Lehrbeauftragte*r
Operncoaching
Institut für MusikTheater
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Julia Varady-Fischer-Dieskau

Julia Varady gilt als eine der bedeutendsten Sopranistinnen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren in Oradea, erhielt sie ihre sängerische Ausbildung bei Arta Florescu in Bukarest. Nach ersten Bühnenjahren in Cluj, Gastspielen und Wettbewerbspreisen in Italien, holte sie Christoph von Dohnányi 1970 an die Oper Frankfurt. 1971 gastierte sie erstmals an der Bayerischen Staatsoper, einem Haus, dem sie dreißig Jahre eng verbunden blieb. Ihr anderes Stammhaus wurde die Deutsche Oper Berlin. An beiden Häusern hat sie ein breites Rollenspektrum gezeigt, das von Mozarts Elettra, Gräfin Almavia, Donna Elvira, Fiordiligi und Vitellia über Verdis Violetta, Leonora, Elisabetta, Aida und Desdemona zu Puccinis Madama Butterfly und Wagners Sieglinde reichte, um nur einige zentrale Partien zu nennen. Auch die großen Strauss-Partien ihres Faches gehörten zu ihrem Repertoire. Bei der Uraufführung von Aribert Reimanns Lear sang sie die Cordelia.

1978 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York, war regelmäßiger Gast an der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, sang an Covent Garden ebenso wie beim Edinburgh Festival, in Paris (Opéra Bastille und Palais Garnier) und an der Mailänder Scala. Unter den Dirigenten, mit denen sie immer wieder gearbeitet hat, sind Daniel Barenboim, Karl Böhm, Herbert von Karajan, Carlos Kleiber und Wolfgang Sawallisch. Viele maßstabsetzende und zukunftsweisende Produktionen hat sie mitgetragen und dabei mit den führenden Regisseuren mehrerer Generation zusammengearbeitet: La clemenza di Tito, Don Giovanni, Così fan tutte (Jean-Pierre Ponnelle), Don Giovanni und Il tabarro (Günther Rennert), La forza del destino (Hans Neuenfels und Götz Friedrich), Der fliegende Holländer (Herbert Wernicke), Die Walküre (Götz Friedrich und Nikolaus Lehnhoff), La Traviata (Günter Krämer).

Auch im Konzertfach hat sie ein breites Repertoire gesungen und Liederabende in der Carnegie Hall ebenso gegeben wie in Berlin, Paris und Tokio. Julia Varadys Kunst ist auf vielen CDs dokumentiert, zudem sind ihr mehrere Filme gewidmet, zwei davon von Bruno Monsaingeon. Sie ist seit 1980 Bayerische Kammersängerin und wurde vielfach ausgezeichnet.

Von 2000 bis 2019 war Julia Varady Professorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Sie unterrichtete am Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden. An der Hochschule für Musik in Karlsruhe ist sie seit 2012 als Gastprofessorin tätig und unterrichtet dort am Institut für Musiktheater.