Nadja Zwiener · Barockvioline und Kammermusik

KARLSRUHER MEISTERKLASSEN 17.–19. Januar 2023
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Die Geigerin Nadia Zwiener
Nadja Zwiener · Foto Antje Kröger

BIOGRAFIE

Nadja Zwieners Geigenspiel wurde schon als "atemberaubend ..." und "wahnsinnig virtuos" beschrieben. Ihre eigene Priorität auf dem Konzertpodium ist jedoch die direkte Kommunikation – ein Austausch, der sowohl den Interpreten als auch das Publikum emotional, intellektuell und physisch bewegt. Aufgewachsen in einem akademisch-wissenschaftlichen Haushalt, haben Nadja und ihr Bruder von ihren Eltern die Überzeugung geerbt, dass Kunst und Kultur das Leben zusammenhalten und dem Lernen Bedeutung verleihen.
Einen großen Teil ihrer musikalischen Ausbildung verbrachte Nadja als Gründungsmitglied des Kuss Quartetts am Musikgymnasium "Carl Philipp Emmanuel Bach" in Ost-Berlin. Bei der Gründung des Quartetts tauschten die drei Oberstimmen die Rollen, so dass Nadja schon als Jugendliche gewohnt war, Musik als Gespräch unter Gleichen zu verstehen. Der Wunsch, in eine neue Kultur einzutauchen (und die Reisemöglichkeiten, die sich nach dem Fall der Berliner Mauer ergaben), brachte Nadja für ein Aufbaustudium an der Guildhall School of Music and Drama nach London. Hier erlebte sie ihre wahre Offenbarung als Barockgeigerin. Als sie gebeten wurde, in der Kapelle für Monteverdis Vesper von 1610 zu spielen, nahm sie an, die Musik sei zu trocken und zu weit weg, um sie emotional zu berühren. Die Realität änderte die Richtung ihrer Karriere grundlegend. Die Kombination von Instrumenten und Stimmen, von Reichtum und Klarheit, von exotischen Klangfarben und ungewohnten harmonischen Strukturen war inspirierend; die Arbeitsweise, bei der Christian Curnyn Sänger und Instrumentalisten zu einer echten Zusammenarbeit zusammenbrachte, schien den Nervenkitzel des Musizierens in großem Maßstab mit dem intimen Ansatz eines Kammermusikers zu verbinden. Diese Erfahrungen prägen auch heute noch Nadjas Haltung als Leiterin von The English Concert. Hier genießt sie seit 2007 verschiedene Rollen als Leiterin, Kammermusikerin und Konzertsolistin unter Kollegen, die ebenso fähig sind, musikalische Impulse zu geben wie sie zu empfangen.
Besonders gerne arbeitet sie mit Sängern zusammen und kreiert interessante Kammermusikprogramme, die bis hin zur Kombination von Alter Musik mit improvisierter, elektronischer oder zeitgenössischer Musik und Tanz gehen können. Sie arbeitet regelmäßig mit dem Sounddesigner Johannes Malfatti und dem Choreografen Emanuele Soavi zusammen.

Als stolze Thüringerin, die in Leipzig lebt, fühlt sich Nadja in der Musik Bachs sehr zu Hause und war daher sehr erfreut, als sie 2016 von dem Dirigenten Hans-Christoph Rademann eingeladen wurde, ein neues Orchester für historische Instrumente für die Bachakademie Stuttgart mitzugestalten und zu leiten. Hier konzentriert sie sich auf einen bestimmten Komponisten und ein bestimmtes Repertoire mit einem eigenen, auf der mitteldeutschen Tradition basierenden Klang. Dies ist das perfekte Gleichgewicht für ihre Arbeit mit Harry Bicket, Kristian Bezuidenhout und The English Concert, deren kaleidoskopischer und kollaborativer Ansatz die gleichen Qualitäten bietet, die ihr bei den Monteverdi-Proben vor zwanzig Jahren zum ersten Mal auffielen.

Veranstaltungsart: Karlsruher Meisterklassen
17. Januar · 10:00
CampusOne · Fany-Solter-Haus R107

Am Schloss Gottesaue 7 · 76131 Karlsruhe

Keine öffentliche Veranstaltung.